Signatur
Vier Dinge, die gleich aussehen und Verschiedenes bedeuten
Was ist das?
Eine Signatur ist der Nachweis, dass ein Auftrag vom Inhaber des Schlüssels stammt. Womit sie erteilt wird, ist immer dieselbe Bewegung: ein Fenster, ein Knopf, bestätigen.
Was man damit erlaubt, ist jedes Mal etwas anderes. Und weil das Fenster jedes Mal ähnlich aussieht, gewöhnt man sich daran zu bestätigen, ohne zu lesen. Das ist der teuerste Irrtum in diesem ganzen Feld.
Die vier Fälle
| 01 · Wallet verbinden | Eine Seite darf sehen, welche Adresse man benutzt, und was öffentlich darauf liegt. Es wird nichts bewegt und nichts erlaubt. Das Verbinden allein kostet nie Geld. |
|---|---|
| 02 · Nachricht signieren | Man unterschreibt einen Text, um zu beweisen, dass man die Adresse kontrolliert - etwa zum Anmelden. Bewegt ebenfalls nichts, sofern der Text wirklich nur ein Text ist. Genau hier lohnt es sich zu lesen, was dort steht. |
| 03 · Freigabe erteilen | Der gefährliche Fall. Man erlaubt einem Programm, künftig über Token zu verfügen - oft unbegrenzt in der Menge und unbegrenzt in der Zeit. Es passiert im Moment der Freigabe nichts. Es kann jederzeit später etwas passieren. |
| 04 · Transaktion senden | Jetzt bewegt sich tatsächlich etwas. Der Betrag steht im Fenster, und nach der Bestätigung ist es geschehen. |
Warum die Freigabe der wunde Punkt ist
Eine Freigabe wirkt wie eine Unterschrift unter eine Vollmacht - nicht wie eine Zahlung.
Wer einem Programm erlaubt, über seine Token zu verfügen, hat in diesem Moment nichts verloren. Der Kontostand ist unverändert, es sieht aus, als wäre nichts passiert. Die Erlaubnis bleibt aber bestehen - auch nach Wochen, auch wenn man die Seite nie wieder besucht.
Stellt sich später heraus, dass das Programm einen Fehler hat oder von Anfang an dafür gebaut war, kann es die Erlaubnis nutzen. Der Inhaber hat dann nichts mehr zu bestätigen. Er hat schon zugestimmt.
Woraus entsteht ein Risiko?
| Gewöhnung | Wer zwanzigmal bestätigt hat und nie etwas passiert ist, liest beim einundzwanzigsten Mal nicht mehr. |
|---|---|
| Die Anzeige ist nicht der Inhalt | Was die Oberfläche zeigt, muss nicht sein, was unterschrieben wird. Wird die Oberfläche verändert, sieht der Vorgang gewöhnlich aus - und ist es nicht. |
| Freigaben altern nicht | Eine einmal erteilte Erlaubnis läuft in der Regel nicht von selbst ab. Sie bleibt, bis man sie ausdrücklich widerruft. |
Warum das für Cover zählt
Weil hier die Grenze zwischen gedeckt und nicht gedeckt verläuft - und zwar bei fast jedem Produkt.
Wer durch einen Fehler im Protokoll Geld verliert, hat in der Regel den Fall vor sich, für den es Cover gibt. Wer selbst eine Freigabe erteilt hat, die dann genutzt wurde, hat häufig einen ausgeschlossenen Fall vor sich - denn technisch war alles erlaubt.
Diese Unterscheidung steht in jedem Wording, oft unter „Ausschlüsse“. Sie ist der Grund, warum diese vier Fälle hier so ausführlich stehen.
Wohin das führt
-
Der Empfänger einer Freigabe ist ein Programm - und das kann Fehler enthalten.
-
Was passiert, wenn dieses Programm einen Fehler hat.